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Für eine Ausbildung ist es (fast) nie zu spät!

Ergebnisse, Erfolgsfaktoren und Highlights aus der zweiten Runde des Berliner Bildungsprojekts „Erwachsenengerechte Ausbildung“

148 Auszubildende. 51 Frauen. 97 Männer. 27 Teilnehmer mit Migrationshintergrund. Durchschnittlich 35 Jahre alt. In einigen Monaten werden die meisten von ihnen fester Bestandteil des Berliner Arbeitsmarktes sein. Dann endet der zweite Durchlauf des Berliner Bildungsprojekts „Erwachsenengerechte Ausbildung“ (kurz: EGA) – Zeit für einen Rückblick.

Das Projekt ist im Jahr 2014 zum zweiten Mal gestartet. Das Ziel: Jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss eine neue berufliche Chance zu geben. 1,39 Millionen der 25 bis 34-Jährigen hatten im Jahr 2014 laut aktuellem Berufsbildungsbericht noch keinen Berufsabschluss*. Auf der anderen Seite bleiben viele Ausbildungsstellen unbesetzt und Deutschland sieht sich sogar mit einem Fachkräfeengpass konfrontiert. Mit dem Projekt EGA erhalten Arbeitslose im Alter von 25 bis 40 Jahren ihre individuelle Chance, sich zielgerichtet ausbilden oder umschulen zu lassen und sich somit für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Inzwischen hat sich das Projekt in Berlin etabliert und bietet für Erwerbslose seit 2013 jedes Jahr neue Ausbildungsplätze an.

Doch was sind die Erfolgsfaktoren?

Durch vielseitige Kooperationen mit dem Berliner Mittelstand und auch deutschen Großkonzernen werden Erwachsene in ganz verschiedenen Berufen ausgebildet, beispielsweise als Erzieher/-in, als Fachinformatiker/-in oder als Triebfahrzeugführer/-in. Am Ende der Ausbildung erwerben die Teilnehmenden einen anerkannten Berufsabschluss. Das ist nicht nur ein wichtiger Grundstein für eine dauerhafe und angemessen bezahlte Beschäfigung. Das ist auch eine Chance für Unternehmen, qualifizierten Nachwuchs für ein langfristiges Arbeitsverhältnis zu rekrutieren. Kristin Korsch ist Geschäfsführerin der Comhard GmbH, welche als übergeordnete Projektleitung alle beteiligten Partner koordiniert. Sie macht die Wichtigkeit des Projekts für den Berliner Arbeitsmarkt deutlich: „Der Fachkräfebedarf in Berlin wird nicht kleiner werden. Der demographische Wandel wird weiter dafür sorgen, dass die Ausbildung junger Erwachsener, die noch keinen Berufsabschluss haben, ein brandaktuelles Thema bleibt.“ An der Umsetzung des Projekts EGA 2 sind neun Berliner Jobcenter, ausgewählte Kammern, Innungen und
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Berufsfachverbände sowie freie Bildungsdienstleister beteiligt. „Durch EGA wurden viele Partner des Berliner Bildungsmarktes zusammengebracht, die vorher nichts miteinander zu tun hatten und manchmal sogar in einem Wettbewerb zueinander standen und noch stehen. Umso begeisterter bin ich, wie positiv und bereichernd die gemeinsame Arbeit innerhalb des Kooperationsverbundes ist. Allen ist daran gelegen, den EGA-Gedanken zum Leben zu erwecken und jungen Erwachsenen eine neue Chance zu geben“, so Frau Korsch weiter. Als Projektleitung ist die Comhard GmbH erster Ansprechpartner für die Aufraggeber – also die beteiligten Jobcenter und die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, welches große Teile des Projekts mit Landesmitteln finanziert. In dieser Rolle ist die Comhard GmbH für die Planung, Durchführung und Abrechnung des Projekts verantwortlich und sorgt für die Umsetzung. „Wir sind verantwortlich für die Abrechnung und Finanzmittelverwaltung, für die Überwachung und Berichterstattung. Das klingt alles ziemlich trocken – in einem so großen Kooperationsverbund gestaltet sich das Ganze jedoch sehr bunt“ erläutert die Geschäfsführerin. Außerdem laufen bei der Comhard GmbH als zentrale Schaltstelle für alle Kooperationspartner die Informationen zusammen.

So wird auch das in dem Projekt einzigartige Unterstützungsmanagement von dort aus koordiniert. Es reicht von Einzelförderung in Deutsch, über die Bereitstellung multimedialer Lerninhalte bis zu einem individuellen sozialen Coaching. Das umfangreiche Maßnahmenpaket kommt dank der Förderung durch das Land jedem Teilnehmer zugute und gilt als einer der Erfolgsfaktoren des Projekts. „Durch die Unterstützung der Coaches und Ausbilder verläuf eine Ausbildung bei EGA idealerweise so: die Teilnehmenden meistern mit der passenden Unterstützung gut ihre Ausbildungszeit, bestehen erfolgreich die Prüfung und haben dann einen Job, der ihnen Spaß macht und von dem sie leben können.“ skizziert Kristin Korsch.

Was sind ganz besondere Highlights?

Eine Berufsgruppe innerhalb des Projekts hat besonders auf sich aufmerksam gemacht, die Triebfahrzeugführer/-innen, die ihre Ausbildung bei der Deutschen Bahn absolviert haben. Alle Auszubildenden wurden von verschiedenen Bahn-Unternehmen in den Job übernommen. „Das war ein besonderes Highlight für alle Beteiligten“ so Kristin Korsch. „Als Projektleitung sind wir auch an der Basis unterwegs: wir machen Informationsveranstaltungen, nehmen jeden einzelnen Teilnehmenden persönlich ins Projekt auf und sind in speziellen Fällen auch bei Problemen mit am Tisch. Da hat jeder Teilnehmende ein Gesicht – und wir verfolgen gespannt die Entwicklung. Deshalb freut es uns natürlich besonders, wenn wir von der Übernahme der Projektteilnehmenden in den Betrieb erfahren.“

Ein weiteres Highlight war der Start der dreijährigen praxisorientierten Ausbildung der Erzieher im EGAProjekt – eine Kombination aus der Förderung mit Bildungsgutschein und berufsbegleitender Ausbildung. Innerhalb von EGA wurde eine Form gefunden, die praxisorientierte Erzieherausbildung zu fördern und damit zur Fachkräfesicherung beizutragen. Auf dieses neuartige Ausbildungskonzept innerhalb des zweiten EGA-Durchlaufs verständigten sich die beteiligten Partner der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaf, der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, des Sozialpädagogischen Instituts Berlin „Walter May“ und des Jobcenters Berlin Friedrichshain-Kreuzberg. Das Besondere ist, dass die Auszubildenden bereits vor Beginn der Ausbildung einen Arbeitsvertrag unterschrieben haben und somit nach Abschluss der Ausbildung sicher in Arbeit sind.

Unternehmen als Kooperationspartner

In Berlin ist das Projekt 2013 als EGA 1 erstmalig gestartet und seitdem entwickelt es sich stetig weiter. Jährlich beginnen neue Gruppen in verschiedenen Berufen und es kommen immer wieder andere Ausbildungsberufe hinzu. Berliner Unternehmen sind also laufend gefragt, als Kooperationspartner mitzuwirken. Interessierte Unternehmen können sich dazu jederzeit an die Comhard GmbH wenden. „Viele unserer Teilnehmenden bringen spannende Vorerfahrungen, besondere Sprachkenntnisse und einfach mehr Lebenserfahrung mit. Alles Dinge, die Ihnen und Ihrem Unternehmen zugute kommen können.“ weiß Kristin Korsch von der Comhard GmbH. Werden auch Sie zum Chancengeber!


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