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Solider Start des Hamburger Handwerks ins Ausbildungsjahr 2017

Positiv stabile Entwicklung bei neuen Ausbildungsverträgen – zugleich Rekord bei freien Plätzen in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer

Nähen konnte Hamidullah Rezaie schon im Iran sehr gut, das bewährte sich bestens in seinem Praktikum bei Segelmacher Jan Bremer in Hamburg-Ottensen. Der Betriebsinhaber erkannte sofort das große Talent und die hohe Motivation des geflüchteten Jugendlichen. Jetzt bildet er ihn zum Segelmacher aus. Jan Bremer erklärt: „Hamidullah Rezaie ist sehr engagiert, er hat sein Geschick gleich im Praktikum bewiesen und in der Schule hatte er sehr gute Noten. Vor ein paar Wochen haben wir mit ihm zusammen sein Zeugnis abgeholt. Er ist sehr stolz auf seine sehr guten Leistungen – und wir sind es mit ihm. Er wird sicherlich auch in der Berufsschule gut mitkommen.“

Der Afghane Hamidullah Rezaie ist jetzt 18 Jahre alt, er kam vor knapp zwei Jahren als minderjähriger, unbegleiteter Flüchtling aus dem Iran nach Deutschland. Seit er zehn Jahre alt ist, schlug er sich dort als Vollwaise durchs Leben. Seine Eltern waren aus Afghanistan in den Iran geflohen, sein Vater ging zurück in den Krieg, aus dem er nicht wiederkam, seine Mutter starb an einer schweren Krankheit. In Hamburg hat Hamidullah Rezaie seinen Haupt¬schulabschluss im Eiltempo nachgeholt, mit guten bis sehr guten Noten im Zeugnis. Die Ausbildungsbegleitung des ESF-Projektes „INa - Integrierte Nachwuchs¬gewinnung im Handwerk“ der Handwerkskammer unterstützt Betriebe wie Segelmacher Jan Bremer e.K. mit kompetenter Beratung für einen erfolgreichen Verlauf der Lehre. Zugleich kümmert sich Ausbildungsbegleiterin Andrea Sander bei Bedarf um Lehrlinge wie den 18-Jährigen und ihre Fragen beispiels¬weise bei Behördengängen.

Am 1. August 2017 geht es nun los für Hamidullah Rezaie, er freut sich sehr auf seine Ausbildung: „ Die Arbeit bei Herrn Bremer
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hat mir gleich gefallen. Ich möchte hier noch viel lernen und freue mich einfach, gute Stücke für Schiffsausrüstungen anzufertigen. Dieses Handwerk macht mir sehr viel Spaß, und auch auf die Berufsschule freue ich mich schon.“

Hamidullah R. ist einer von 1.661 jungen Menschen, die eine Ausbildung im Hamburger Handwerk beginnen. Damit ist die Zahl der bis Ende Juli 2017 abgeschlossenen Lehrverträge um 146 oder 9,6 Prozent höher als im Vor¬jahreszeitraum (1.515 Verträge). Ganz vorn sind die traditionell ausbildungs-starken Bereiche wie Elektro, Sanitär, Heizung, Klimatechnik ebenso wie die Berufe Kfz-Mechatroniker/in und Friseur/in und auch Maler/in und Lackierer/in. Die Zahlen zum Start des Ausbildungsjahres sind jedoch nur bedingt aussage¬kräftig, denn bis Ende September ist noch viel Bewegung bei den Bewerbungen. Insgesamt gibt es im Hamburger Handwerk pro Jahr 2.300 bis 2.400 Ausbildungsanfänger. Josef Katzer, Präsident der Handwerkskammer Hamburg: „Wir heißen alle motivierten und leistungsbereiten jungen Menschen im Handwerk herzlich willkommen. Ich beglückwünsche alle, die sich aufmachen, mit ihren Talenten und Fähigkeiten ihre Berufung in einem unserer Handwerksberufe zu finden – mit allem, was dazugehört: Erfolg und Erfüllung im Berufsleben.“

Die beruflichen Perspektiven sind ausgezeichnet: Gut qualifizierte Fachkräfte erwartet ein zukunftssicherer Wirtschaftsbereich mit guten Verdienstaussichten. In den nächsten Jahren suchen zahlreiche etablierte Handwerksbetriebe eine Nachfolge an der Unternehmensspitze oder als Führungskraft. Inzwischen sind mehr als 20 Prozent der Auszubildenden im Hamburger Handwerk Abiturienten. Die Betriebe sind aber offen für Bewerber mit allen Abschlüssen, entscheidend sind Talent, Motivation und Leistungsbereitschaft.

Für Spätentschlossene stehen selbst jetzt die Chancen noch außerordentlich gut. Aktuell sind der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Hamburg auf www.lehrstelle-handwerk.de 1.082 freie Plätze von Anlagenmechaniker/in bis Zimmerer/in gemeldet, davon 518 noch für 2017 – so viele wie nie zu diesem Zeitpunkt. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren es bis Ende Juli insgesamt 549 freie Stellen. Jetzt bieten Betriebe über die Online-Lehrstellenbörse 564 Plätze schon für 2018 an.

Die Ausbildungsbereitschaft ist angesichts der sehr guten Konjunkturlage groß. Zugleich nutzen die Unternehmen immer stärker unterstützende Angebote der Handwerkskammer wie die Online-Lehrstellenbörse. Betriebe wie Bewerber können sich bei Fragen an das Team „Nachwuchs im Handwerk“ wenden, Tel. 040 35905-455, E-Mail nachwuchs@hwk-hamburg.de, oder per WhatsApp-Hotline unter Tel. 0170-5421510, bei der innerhalb von 24 Stunden eine Antwort auf das Smartphone kommt.

Für ambitionierte Abiturienten bietet sich auch ein duales Studium an der Berufsakademie Hamburg im ELBCAMPUS an, dem Kompetenzzentrum der Handwerkskammer. Es kombiniert einen Bachelor-Studiengang mit einer betrieblichen Ausbildung im Handwerk. Studienbeginn 2017 ist am 1. Oktober.

Weitere Informationen
Ausbildung im Handwerk: www.hwk-hamburg.de/ausbildung
Online-Lehrstellenbörse: www.lehrstelle-handwerk.de
Team „Nachwuchs im Handwerk“: www.hwk-hamburg.de/nachwuchs
INa – Integrierte Nachwuchsgewinnung im Handwerk: www.nachwuchs-handwerk.de
Duales Studium im Handwerk: www.ba-hamburg.de


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