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Lehrermangel an Berufsschulen:

Beschäftige im Gesundheits- und Sozialwesen können sich per Fernstudium für Lehrtätigkeiten qualifizieren

In welchem Umfang der vieldiskutierte Fachkräftemangel existiert, ist umstritten. In ihrer sogenannten Fachkräfteengpassanalyse 2018 etwa sieht die Bundesagentur für Arbeit die These eines flächendeckenden Fachkräftemangels nicht bestätigt. Allerdings beschreibt sie deutliche Engpässe in einzelnen technischen Berufsfeldern sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen.

Einer aktuellen Untersuchung im Auftrag der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) zufolge fällt der Mangel an qualifiziertem Personal auch im Bereich der beruflichen Bildung drastisch aus. Die Studie prognostiziert einen starken Anstieg von Berufsschülern in den kommenden Jahren - und damit auch eine weitere Verschärfung des bereits bestehenden Lehrermangels an Berufsschulen.

Was für Berufsschulen im Allgemeinen gilt, betrifft auch berufliche Schulen im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der Pflege. Um dem großen Lehrkräftemangel in diesen Bereichen entgegenzuwirken, hat die Hamburger Fern-Hochschule (HFH) bereits im vergangenen Jahr den Bachelorstudiengang Berufspädagogik für Gesundheits- und Sozialberufe etabliert.

Verantwortlich für diesen Studiengang ist Prof. Dr. Beate Christophori, die als Expertin
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für Gesundheitsthemen und Berufsbildung zu den Themen Ausbildungsmanagement und Fachkräftesicherung geforscht und veröffentlicht hat. "Durch dieses Studienangebot können sich Beschäftigte der Branche berufsbegleitend und auf akademischem Niveau zur Lehrkraft ausbilden lassen und müssen ihren Job dabei nicht unterbrechen", sagt die Dekanin des HFH-Fachbereichs Gesundheit und Pflege.

Der Studiengang ermöglicht es den Beschäftigten auch, sich auf anstehende gesetzliche Veränderungen in der Pflege und im Gesundheitswesen vorzubereiten. Im Januar 2020 soll das neue Pflegeberufereformgesetz in Kraft treten - damit wird ein Hochschulabschluss für die Aufnahme von Lehrtätigkeiten im Gesundheits- und Sozialbereich verpflichtend.

Dass der Gesetzgeber von Lehrtätigen künftig eine akademische Qualifikation fordert, trage zwar nicht unbedingt zur schnellen Behebung des Mangels an Lehrkräften bei, ist laut Christophori aber nachvollziehbar. "Die Komplexität der Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen und auch der Anspruch an die Qualifikation der Lehrenden steigt", sagt die Professorin. Ein Beispiel sei die fortschreitende Digitalisierung, die auch in diesen Bereichen vieles erleichtere, zugleich aber auch höhere Anforderungen an die Qualifikationen stelle. "Wachsende Anforderungen wie diese machen eine hochwertige Lehre und Wissensvermittlung in den Berufen notwendig. Ein Hochschulstudium kann Lehrtätigen diese Qualifikation bieten", ist Christophori überzeugt.

Die Ausbildung von Lehrpersonal für berufliche Bildung findet sowohl an staatlichen als auch an privaten Hochschulen statt. Insbesondere berufspädagogische Studiengänge im Fernstudium bieten dabei eine Möglichkeit, den akademischen Abschluss berufsbegleitend zu erreichen.

An der staatlich anerkannten HFH lässt sich der Bachelor Berufspädagogik für Gesundheits- und Sozialberufe berufsbegleitend in sieben Semestern studieren. Absolventen erhalten nach Abschluss des Studiums den akademischen Grad Bachelor of Arts. Der Fernstudiengang qualifiziert für die Übernahme von Lehrtätigkeiten in den Gesundheitsfachberufen sowie in der Aus- und Weiterbildung.
Absolventen sind damit in der Lage, den fachpraktischen und in einigen Bundesländern auch den theoretischen Teile der Ausbildung zu unterrichten. Sie können zudem Ausbildungsaufgaben in Betrieben und Lehraufgaben für Organisationen übernehmen. Nächster Studienstart ist der 1. Januar.


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